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3. Sonntag nach Epiphanias
(3. Sonntag nach Epiphanias, Nr. 1) [23. Januar 1729]
Fundort: Schlossmuseum Sondershausen Mus A15:78 / Hs M2 : XIVA [Cant. spir. 891kk & 891n] Deckblatt: Haltet eüch nicht selbst für klug \ Dominica 3 post Epiph:[anias] \ 2 Oboe \ Violino 1 \ Violino 2 \ Viola \ Canto \ Alto e Tenor \ Basso \ Con \ L’Organo \ N: 1 \ di \ Stoelzel Vorhandenes Material: Partitur und Partien Partitur: [1. Seite:] J.N.J. Dom:[inica] 3 post Epiph:[anias] N. 1 Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe 1, Oboe 2, Violino 1 [2x], Violino 2, Viola; Violoncello, Violon, Organo [2x: 1x beziffert, Kammerton; 1x beziffert, hoher Chorton] Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc [Vc, Violon, Org]
[1. Choro] 3/8 (allegro) - 4/4, g-moll (tutti) Haltet eüch nicht selbst für klug [4/4] Vergeltet niemand böses mit bösen. [Römer 12,17]
[2.] Recitativo secco (S, A, T, B; Bc) [S] Wenn Eigenlieb ein Hertz bethöret so sieht es seine Fehler nie. [A] Doch weiß es tausend laster Flecken, mit leichter müh an andern zu entdecken und das geringste Leid, daß ihm Vor andern wieder fähret empfindet es mit Unversöhnlichkeit. [T] Warum? Es schmeichelt sich stets mit gerechter Sache. [B] In seinen Augen hält kein Recht, als nur das seine Stich, drum greifft es Gott ins Richter=Amt, es straffet und Verdammt, und nimmt also dem Höchsten seine Rache.
[3.] Duetto 4/4, B-Dur (T, B; 2 Ob, 2 Vl; Bc) Nicht so mein Hertz lieb du den Frieden, und halte dich nicht selbst für klug. * Befiehl dem Höchsten deine Sache, er spricht ja selbst mein ist die Rache wilst du ihm denn sein Ammt Verbiethen ist er Vielleicht nicht Richters gnug. da capo
[4. Rec:[itativo et] accomp:[agnato] (B; a 4; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc) Mein Gott so dämpff in mir die Triebe, der kühnen Eigen=Liebe, daß ich durch Erbarkeit und Frieden, mich gegen einen jeden, als ein rechtschaffner Christ beweise, und dir also den Richter Stab nicht aus den Händen reiße, Ja meine Feinde tränck und speise. [a 4] So werd ich nicht dem Bösen unterliegen, das Böse aber wohl, mit guten stets besiegen.
[5.] Choral 4/4, g-moll (tutti) Verleih daß ich aus Hertzens Grund, mein’n Feinden mög Vergeben Verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neües leben dein Wort mein Speiß laß allweg seyn, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, daß mich bald möcht abkehren. [Text: 3. Strophe des Chorals Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ, Johann Agricola 1529?; Melodie: Joseph Klug 1535]
(3. Sonntag nach Epiphanias, Nr. 2) [23. Januar 1729]
Fundort: Schlossmuseum Sondershausen Mus A15:79 / Hs M2 : XIVD [Cant. spir. 891kk & 891n] Deckblatt: Dominica III post Epiphan:[ias] \ a 8. \ 2 Violini \ 1 Viola \ 4 Voci \ col \ Continuo \ No. II. \ di Sigr. Stoelzel. Vorhandenes Material: Partitur und Partien Partitur: [1. Seite:] J.N.J. Dom:[inica] 3 post Epiph:[anias] N: 2. Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Chor [SATB]; Oboe 1, Oboe 2, Violino 1 [2x], Violino 2, Viola; Violoncello, Violon, Organo [2x: 1x beziffert, Kammerton; 1x beziffert, hoher Chorton] Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc [Vc, Violon, Org]
[1. Choro] 4/4 (allegro), a-moll (tutti) Dein Schade ist Verzweifelt böse und deine Wunden sind unheilbar. [Jeremia 30,12]
[2.] Recitativo secco (S; Bc) Hat Gilrad, denn keine Salbe mehr? Wer soll die Wunden meiner Sünden, mit Öele lindern und Verbinden, wo nehm ich Kraut und Pflaster her? Ist noch mein Trost nicht nah? Ach! ist kein Artzt nicht da.
[3.] Aria 4/4 alla breve, e-moll (S; 2 Ob, 2 Vl; Bc) Verzweifelt böse ist der Schade der mir Von Adam angeerbt. * nichts ist gesund an mir zu finden, mich hat der Außsatz meiner Sünden, Vom Haupt bis auf den Fuß verderbt. da capo
[4.] Recitativo secco (A, T, B, A, T, B; Bc) [A] Getrost! laß von den Klagen ab. Weil du dein Aug im Glauben hast erhoben, So kömmt die Hülffe dir Von oben. [T] Dein Jesus geht den Berg herab [B] Es rühret ihn dein Jammer Stand. [A] Erreget seine Gnaden Hand. [T] Er rühret dich mitleidig an. [B] Diß ist der Artzt, der alle Krankheit heben kan.
[5.] Aria 2/4, a-moll (S; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc) Herr ich bin dieser Gnade nicht im geringsten Werth. * was hab ich Wohl Vor Würdigkeit, daß du so hülffreich mich erfreüt und mein Verzweifelt böser Schade, mich nicht Wie Vor beschWert. da capo
[6.] Rec:[itativo et] accomp:[agnato] (S, A, T; a 4; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc) [S] Doch weil ich deiner Huld, mich gar nicht würdig schätzen kan, so habe doch mit mir Gedult, und sieh mein UnVermögen an [A] Gieb daß ich meine Kranckheit nie Verschweige, und solche ungesäumt dem Priester zeige. [T] Und bin ich dann durch dein Gnade rein [a 4] So laß mein Hertz Vor dir, zum Opffer gültig seyn
[7.] Choral 4/4, a-moll (tutti) Kein leiblich Opffer Von mir heisch, ich hätt dir das auch gegeben So nimm nun den zerknirschten Geist, betrübt und traurigs Hertz darneben Verschmäh nicht Gott, das Opffer mein, Thu wohl in deiner Gütigkeit, dem Berg Zion, da Christen seyn, die opffern dir Gerechtigkeit. [Text: 5. Strophe des Chorals Erbarm dich mein, o Herre Gott, Erhard Hegenwalt; Melodie: Johann Walter 1524]
(3. Sonntag nach Epiphanias, Nr. 2) [22. Januar 1736]
Fundort: Schlossmuseum Sondershausen Mus A15:80 / Hs M2 : XIVB Deckblatt: Dominica III. post Epiphanias \ a 10. \ 4 Voci \ 2. Oboi \ 2 Violini \ 1 Viola \ col \ Fondamento \ No II. \ del \ Signore Stoelzel. Vorhandenes Material: Partitur und Partien Partitur: [1. Seite:] J.N.J. Dom:[inica] 3. p.[ost] Epiphan:[ias] 1736. [Duetto, Nr. 5:] „NB. So dank ich dir mit Herz und Mund“ [letzte Seite:] S[oli]D[eo]Gl.[oria] Partien: Soprano, Alto, Tenor, Basso; Oboe 1, Oboe 2, Violino 1 [2x: 1x Aria Nr. 3: Solo; 1x Aria Nr. 3: tacet], Violino 2 [2x], Viola; Violoncello, Violon., Organo [beziffert, Kammerton] Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc [Vc, Violon, Org]
[1. Choro] 4/4, B-Dur (tutti) Es heilet sie weder Kraut noch Pflaster sondern dein Wort Herr welches alles heilet.
[2.] Recitativ:[o] secco - arioso (S; Bc) Ich armer, habe mich nun lange Zeit, in Schmertz und Traurigkeit von Gottes Hand gerührt befunden. Gleich wie ein Hirsch bey seinen Wunden, nach frischem Waßer lächzet, so hab’ ich ängstiglich nach Hülff und Trost geächzet, weil keiner Kräuter Heilungs Krafft, kein Pflaster eine Lindrung schafft, treibt Jesu nicht dein Wort, nicht dein Allmachts Hand das Elend fort, [arioso] so bleibt mein Creutz unabgewandt.
[3.] Aria 2/4, B-Dur (S; Ob Solo, Vl Solo; Bc) Jesu dir ist alles müglich, wenn du willt, * Wenn mich Krankheits Weh betroffen steht zu dir mein eintzigs hoffen, sprich ein Wort so ists gestillt, denn der Schluß ist unbetrüglich. da capo
[4.] Recitativo secco (A, T; Bc) [A] Was zweifl ich doch mein Artzt an deinen Willen du sprachst ja sonst und sprichst annoch, ich will es thun, ja ich will kommen, dein Wünsche zu erfüllen. [T] Ist doch wohl keiner Von uns ausgenommen, der nicht Vor wenig oder langen Jahren, durch abgewandten Glieder Schmertz, die starke Hand dein willig Hertz an sich erfahren und in errinnrung deßen dankend spricht.
[5.] Duetto 3/8, F-Dur (A, T; 2 Ob, 2 Vl; Bc) Ich danke dir mit Hertz und Mund. * [d.c.: So dank ich dir mit Hertz und Mund] Daß ich gesunde Tage zehle ach mache doch die kranke Seele von Sünden Außatz auch gesund. da capo
[6.] Choral 4/4, B-Dur (tutti) Ich will alle meine Tage, rühmen deine starcke Hand daß du meine Noth und Plage, hast so gnädig abgewand nicht nur in der Sterblichkeit, soll dein Ruhm seyn ausgebreit, ich wills auch hernach erweisen, und dort ewiglich dich preißen. [Text: 12. Strophe des Chorals Treuer Gott, ich muß dir klagen, Johann Heermann; Melodie: Wie nach einer Wasserquelle, Genf 1551]
(3. Sonntag nach Epiphanias, Nr. 2) [27. Januar 1737]
Fundort: Schlossmuseum Sondershausen Mus A15:81 / Hs M2 : XIVC Deckblatt: Dominica III post Epiphaniae \ a 8. \ 4 Voci \ 2 Violini \ Viola \ col \ Organo \ No: 1 \ del \ Signore Stoelzel Vorhandenes Material: Partitur und Partien Partitur: [1. Seite:9 J.N.J. Dom:[inica] 3 post Epiph.[anias] zur Epistel. 1737. [letzte Seite:] S[oli]D[eo]Gl.[oria] Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe 1, Oboe 2do, Violino 1, Violino 1mo, Violino 2.do, Viola; Violoncello [2x], Organo [2x: 1x beziffert, Kammerton; 1x beziffert, hoher Chorton] Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc [Vc, Org]
[1. Choro] 4/4 - 2/4, B-Dur (tutti) Seelig sind die Friedfertigen [2/4] Denn sie werden Gottes Kinder heißen. [Matthäus 5,9]
[2.] Recitativ[o] secco (S, A, T; Bc) [S] Die Welt ein Hauß, wo Krieges Flammen brennen. [A] Ein Christen=Hertz sieht anders aus zieht sich darinn ein Wetter auf; Sucht es daßelbe bald zu trennen. [T] Es hemmt die Liebe den Lauff erregter Eyfer=Triebe, gleich wie, wenn an des Himmels Bogen, das Wetter leüchtet, blitzt und kracht, und er mit Wolcken über zogen. Die Sonne doch dahinter lacht; Also stürmt gleich ein Feind, auf ein friedsames Hertz und deßen Ruh; sieht es dem Sturen gelaßen zu, in dem darinn die Friedens=Sonne scheint.
[3.] Aria 3/8, g-moll (A; 2 Ob, 2 Vl; Bc) Mein Gott erfülle meine Seele, mit Sanfftmuth und Versöhnlichkeit. * Sollt ich aus meiner Stille brechen durch wieder schelten und durch Rächen macht ich durch selbst erregten Streit mein Hertz zu einer Marter Höhle. da capo
[4.] Recit:[ativo] et accomp:[agnato] secco - acc. - secco (B; 2 Vl, Va; Bc) Weil ich ein Gottes Kind, lieb ich den Frieden wenn sich was wiedriges entspinnt, will ich doch nicht ermüden denselben zu erhalten. [acc.] Will er bey andern auch erkalten, und man Verfolgt mich ohne Schuld so sammle ich wie mir befohlen, durch Wohlthun und Gedult, den Feind zur Liebe zu erwärmen, auf deßen Haupt erhitzte Kohlen, [secco] will er denn ferner schwermen lenckt sich dem ohngeacht sein harter Sinn zu keinem Frieden hin, befehl ich Gott die Sache, und überlaße ihm die Rache.
[5.] Aria 2/4, B-Dur (B; 2 Ob, 2 Vl; Bc) Will ich mich auch selber rächen, wähl ich diese edle Art Flucht der Feind will ich ihn ([Wdhlg.] so will ich) seegnen und mit Wohlthun ihm begegnen schilt er Gutes Von ihm sprechen so bleib ich Vor Streit verwahrt und kan mich doch selber rächen.
[attaca]
[6. Choral 4/4, C-Dur (tutti) Seelig sind die Friede machen und drauf sehn ohn Unterlaß daß man mög’ in allen Sachen, fliehen Hader Streit und Haß die da stifften Fried und Ruh, rathen allerseits darzu, sich auch Friedens selbst befleißen, werden Gottes Kinder heißen. [Text: 8. Strophe des Chorals Kommt, laßt euch den Herren lehren (bzw. Kommt, und laßt euch Jesum lehren), David Denicke 1648; Melodie: Wie nach einer Wasserquelle, Genf 1551]
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