21. Sonntag nach Trinitatis

 

 

Seyd starck in dem Herrn / Mus. A15:317

Herr deine Augen / Mus. A15:318

Hab ich dir nicht gesagt, so du glauben würdest / Mus A15:320 

 

 

 

Seyd starck in dem Herrn / Seid stark in dem Herrn

 

Fundort: Schlossmuseum  Sondershausen Mus. A15:317 / Hs M 10: LXV6

Angabe des Verfassers: di Mons: Stölzel 

Titelblatt: Dominica 21 post Trinit: / a 8 / 4 Voci / 2 Violini / 1 Viola / con / Organo / di / Mons: Stölzel / N.1

Vorhandenes Material: Partitur und Partien

Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe Primo, Oboe 2, Violino 1, Violino Primo, Violino 2, Viola; Violono [2x], Organo [2x: 1x Chorton, beziffert; 1x Kammerton, beziffert]

Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc [Violono, Org]

 

[1. Chor] 2/4, B-Dur (tutti)

Seyd starck in dem Herrn

und in der Macht seiner Stärcke.

[Epheser 6,10]

 

[2.] Rec:[itativo] secco (S, T, B; Bc)

[S] Mit unsrer Macht ist nichts gethan, 

der Feind ist allzu starck,

die Kräffte allzu schwach

und geben leicht im Streite nach.

[T] Wir müßen sie von dem entbehren,

der auch den Behemoth [vgl. Hiob 40,15]

mit einem Finger kriegen kan.

[B] Der macht der Feinde Macht zu Spott

und der kann uns mit Glück und Sieg becrönen.

 

[3.] Duetto 2/4, B-Dur (T, B; 2 Ob, 2 Vl; Bc)

[T, B] Ja kämpffe nur du Fürst der Finsterniß

wir werden doch das Feld behalten.                                  *

[T] In Gottes Krafft muß Dawids Kieselstein

dem Goliath den Kopf zerspalten

[T, B]

und werden wir nur starck im Herren seyn

so bleibet uns der Sieg gewiß.                                            da capo

 

[4. Recitativo] acc. (S, A, B; a 4; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc)

[A] Auf Auf ihr Christen

und mit dem Harnisch Gottes auszurüsten

[S] Die Wahrheit sey der Gürt der Lenden

[T] Gerechtigkeit der Krebs der Brust

[B] Der Fuß vergeße daß er müdens

beym Ewangelio des Friedens.

[A] Es gläntzt in unsrer Händen

des Glaubens güldner Schild

[S] Die Hoffnung sey der Helm des Heils

der uns mit Trost und Muth erfüllt.

[B] Das Wort des Geistes Schwerdt,

bewaffne stets die rechte Hand,

[a 4] also tut man dem Teufel Widerstand.

 

[5. Choral] 3/2, B-Dur (tutti)

Glori Lob Ehr und Herrlichkeit

sey Dir Gott Vatter und Sohn bereit

Dem Heilgen Geist mit Nahmen.

Die göttliche Krafft macht uns sieghafft

durch Jesum Christum Amen.

[Text: 7. Strophe von In dich hab’ ich gehoffet, Herr, Adam Reusner, 1533]

 

 

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Herr deine Augen

 

Fundort: Schlossmuseum  Sondershausen Mus. A15:318 / Hs M 10: LXIVB

Angabe des Verfassers: di Mons: Stölzel

Titelblatt: Dominica 21 post Trinit: / a 8 / 4 Voci / 2 Violini / 1 Viola / con / Cembalo / N.2 / di / Mons: Stölzel

Vorhandenes Material: Partitur und Partien

Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe 1, Oboe Primo, Oboe 2, Violino 1 [2x], Violino 2, Viola; Violon, Violono, Contin [im Chorton, beziffert], Organo [im Kammerton, beziffert]

Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc [Violon/o, Continuo, Org]

 

[1. Chor] 2/4, B-Dur (SATB; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc)

Herr deine Augen

sehen nach dem Glauben. 

[Jeremia 5,3]

 

[2. Aria] 2/4, B-Dur (A; 1 Ob, Vl unis.; Bc)

Wilstu erwünschte Hülff erlangen

so zweifle nicht.                                                 *

Denk nicht Gott muß erst näher kommen

eh dir dein Kreütze wird benommen.

Nein nein er ist dir allzeit nah

und eh noch als du rufest da

glaub du ihm nur was er verspricht

und bleib an seinem Worte hangen.                   da capo

 

[3.] Recit:[ativo] secco (S, A, T, B; Bc)

[S] Der Königische will die Wunder Zeichen sehn, 

und Jesus soll erst vor dem Kranken bette stehn,

sonst glaubt er nicht, daß seinem Sohn geholffen werde,

ob ers so sehnlich gleich begehrte.

[T] So schwächlich brannte jetzt

noch seines Glaubens Licht

[A] Doch, sobald als Jesus spricht:

geh hin, es lebt dein Sohn,

so bricht daßelbe schon in stärcker Flammen aus.

[B] Er geht getrost nach Hauß,

und seine Knechte müßen ihm

von seines Kindes Leben

noch unterwegs, erfreüte Nachricht geben.

 

[4. Aria] 3/8, g-moll (S; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc)

Deine Auge Herr sieht nach den Glauben

wer er auch wie ein Senffkorn klein.                           *

Ein schwaches Rohr ein glimmend Docht

hat immer viel bey dir vermocht

du läßest dir den Ruhm nicht rauben,

daß du in Schwachen mächtig bist.                             da capo

 

[5. Recitativo] acc. (A; a 4; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc)

[A] Mein Gott wie schwach

brennt ofthin mir das edle Glaubens Licht,

wenn die Vernunft darnieder sieht

und eher nicht sich will zur Ruhe legen,

es sey die Hülffe denn vor Augen und zugegen.

[B] Ach! Lösch bei solchen Kampf und Strauß

das zarte Flämmlein doch nicht völlig aus

blaß es mit deinem Trost Wort auf,

und gieß das Öehl der Hoffnung drauf,

[a 4] Biß ich hernach erfreüt im Wercke,

die Stunde deiner Hülffe mercke.

 

[6.] Choral 10/2, B-Dur (tutti)

O mein Gott vor den ich trete,

jetzt in meiner großen Noth.

Höre wie ich sehnlich bete

laß mich werden nicht zu Spott.

meine schwachen Glauben stärck,

und zerbrich des Teüfels Werck,

daß ich nimmermehr verzage,

Christum stets im Hertzen trage.

[Mel.: Freu dich sehr o meine Seele]

 

 

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Hab ich dir nicht gesagt, so du glauben würdest

(21. nach Trinitatis, Nr. 2) [21. Oktober 1736]

 

Fundort: Schlossmuseum Sondershausen Mus A15:320 / Hs M10 : LXVD

Deckblatt: Dominica XXI. post Trinitatis \ a 8. \ 4 Voci \ 2. Violini. \ 1 Viola \ col \ Organo \ No. II \ di Sigr: Stoelzel.

Material: Partitur und Partien

Partitur: [1. Seite:] J.N.J. Dominica. 21. post Trinit:[atis] zum Evangelio. 1. [letzte Seite:] S[oli]D[eo] Gl.[oria]

Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe Primo, Violino 1mo, Violino 1, Violino 2do, Viola; Violoncello [2x], Organo [2x: 1x beziffert, Kammerton; 1x beziffert, hoher Chorton]

Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; Ob, 2 Vl, Va; Bc [Vc, Org]

 

 

[1. Arioso] 4/4, B-Dur (B; Ob, 2 Vl, Va; Bc)

Hab ich dir nicht gesagt, so du glauben würdest

du soltest die Herrlichkeit Gottes sehen

[Johannes 11,40]

 

[2.] Aria 3/4, g-moll (A; Ob, 2 Vl; Bc)

Der Glaube wächßt und kömmt zu Kräfften

der sich vom Geiste bilden läßt.                            *

Im Anfang hält er Kinder Stärcke

im Fortgang thut er Jünglings Wercke

biß er im männlichen Geschäfften

zeigt daß er starck und Felsen fest.                       da capo

 

[3.] Recitativ:[o et] accomp:[agnato] secco - acc. - secco (A; S, 2 Vl, Va; Bc)

[A] Der Vater jenes krancken Kindes,

hat erst ein schwaches Glaubens=Licht,

dann aber wuchß die Zuversicht,

wenn sie durch Jesu Wort gestärckt,

und er durch Nachricht des Gesindes

die Stunde angemerckt,

da Jesu ihm sein Macht=Wort gab,

so nimmt er aus Erfahrung ab,

daß deßen Mund die Wahrheit rede.

[acc., S] Mein Jesu stärck auch mich,

ist mein Vertrauen kindlich blöde,

so sprich durch deine Krafft der Schwachheit zu,

daß ich mich näher zu dir thu,

und dir die Ehre gebe

daß ich als eine dürre Rebe,

durch dich im Glauben wachß’ und grüne

[secco] gieb, daß auch mein’ aufmercksamkeit,

der Stunden meiner Beßrungs Zeit mir darzu diene,

daß ich mich auf dein Wort Verlaße

und dich mit Helden Arm umfaße.

 

[4.] Aria 2/4, B-Dur (A; Ob, 2 Vl; Bc)

Dringt hinein ihr Glaubens Strahlen

tief in Jesu Hertz und Reich.                                 *

Da wird eüch ein Licht aufgehen,

seine Herrlichkeit zu sehen

welchem Blick ihn zubezahlen

nichts allhier am Werthe gleich.                           da capo

 

[5.] Recitativ[o et] accomp:[agnato] secco - acc. - secco (S; T, 2 Vl, Va; Bc)

[S] Des königischen Hertz ist Zeüge,

was Glaub und Zuversicht,

Vor Seeligkeit Verspricht,

es war daßelbe blöd und feige,

da noch das Kind in Tods Gefahr

allein jetzunder,

da Jesus spricht: es lebt dein Sohn,

erfreüt er sich im Glauben schon,

bewunderte als denn das Wunder,

daß die Verheißung eingetroffen.

[acc., T] Laß Jesu mich auf deine Allmacht hoffen,

daß wenn ich mich im Glauben übe,

ich ebenfalls

die Wunder deiner Liebe,

und deine Herrlichkeit auch schau.

[secco] indeß wolst du zum Glaubens Leben,

mir neüe Wachsthums Kräffte geben,

daß ich dir jederzeit vertrau.

 

[6.] Choral 4/4, B-Dur (tutti)

Herr Jesu der du angezündt,

das Füncklein in mir Schwachen

was sich Vom Glauben an mir find,

du wollst es stärcker machen

was du gefangen an Vollführ,

biß an das End, das dort bey dir,

auf Glauben folgt das Schauen.

[Text: 10. Strophe des Chorals O Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, David Denicke]

 

 

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