22. Sonntag nach Trinitatis

 

 

In allen Dingen / Mus. A15:321

Herr, Herr, habe gedult / Mus. A15:322

Herr gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte /  Mus A15:323 

 

 

 

 

In allen Dingen

 

Fundort: Schlossmuseum  Sondershausen Mus. A15:321 / Hs M 10: LXVI6

Angabe des Verfassers: di Stöelzel 

Titelblatt: Dominica 22 post Trinit: / a 8 / 4 Voci / 2 Violini / 1 Viola / con / L’Organo / N: 1 / di / Stöelzel

Vorhandenes Material: Partitur und Partien

Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe Primo, Oboe Secondo, Violino 1, Violino Primo, Violino 2, Viola; Violono [2x], Organo [2x: 1x im Chorton, beziffert; 1x im Kammerton, beziffert]

Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc [Violono, Org]

 

[1. Chor] 2/4, D-Dur (tutti)

In allen Dingen laßet uns beweißen

als die Diener Christi

    [Wdh.:] als die Diener Gottes.

[2. Korinther 6,4]

 

[2. ] Rec:[itativo] secco (S, A, T, B; Bc)

[S] Ein Diener Gottes bringt demselben Lob und Preiß

wenn er mit frohen Augen siehet,

wie Christi Kirche wächst und blühet,

und Wunsch und Fleiß in allen Wohl gelingt.

[A] Daneben machet ihn 

die Hoffnung gantz gewiß

es werde diß 

was Gott so herrlich angefangen

zu gutem Ende auch gelangen.

[T] Deßwegen füget er Gebeth und Wünsche bey;

[B] daß jeder mann, in alle Wege 

zu Gottes Lob und Ehr,

in reicher Liebe kennen möge,

was doch zu seinem Heyl das beste sey.

 

[3. Duetto] 2/4, D-Dur (A, B; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc)

[A, B alternierend] Wer ein Diener Gottes ist

hat ein Hertz voll solcher triebe.                          *

[A] Nichts erfreuet ihn so sehr

als wenn Christi Ehr und Lehr

in den schönsten Wachsthum prangen.

[B] Seine Hoffnung sein Verlangen

[A, B] Sein Gebeth und Wünschen fliest

aus dem Quell der reinsten Liebe.                          da capo

 

[4.] Rec:[itativo] secco - acc. (S, A; a 4; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc)

[secco, S] Mein Gott, ach laß auch dir,

das Opfer meines Danks gefällig seyn,

dein Ewangelium gab mir des Lebens Licht und Schein,

als ich in Finsterniß und Todes Schatten lage,

so wilst du auch das gute Wort vollführen,

und mich an Christi großen Tage,

mit überschwengliche und entgen Klahrheit zieren.

[T] Hilff mir daß unterdeßen

sich meine Liebe täglich mehre

leg in Erkäntniß und Erfahrung bey,

mein bestes zu ermeßen,

damit ich rein, und unabstößig sey

mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllt.

[a 4] Dir Herr zu deinem Lob und Ehr

allein in Christe Jesu gilt:

 

[5.] Choral 2/2 (tutti)

Ehr sey Gott in dem hochsten Thron

dem Vater aller Güthe.

und Jesu Christ sein'n liebsten Sohn

der nur allzeit behüte   

und Gott dem heilgen Geiste

der uns seine Hilff allzeit leiste

damit wir ihm gefällig seyn

hier in dieser Zeit

und folgende in der Ewigkeit.

[Text: 4. Strophe von Allein zu dir, Herr Jesu Christ, Nürnberg 1540; Melodie: Paul Hofhaimer, 1512]

 

 

 

 

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Herr, Herr habe gedult / Herr, Herr habe Geduld

 

 

Fundort: Schlossmuseum  Sondershausen Mus. A15:322 / Hs M 10: LXVIB

Angabe des Verfassers: di Stöelzel 

Titelblatt: Dominica 22 post Trinit: / a 8 / 4 Voci / 2 Violini / 1 Viola / con / L’Organo / N: 2 / di / Stöelzel

Vorhandenes Material: Partitur und Partien

Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Violino 1, Violino 2, Viola, Violon, Violono, Organo [Chorton, beziffert]

Bemerkung zu den Partien: Der Choral ist in keiner Instrumentalstimme eingetragen.

Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB], 2 Vl, Va; Bc [Violono, Org]

 

[1. Chor] 2/4, e-moll (tutti)

Herr, Herr, habe gedult mit mir.

[Matthäus 18,26]

 

[2. Aria] 3/4, e-moll (S; 2 Vl; Bc)

Ach die Geißel meiner Sünden

schläget mir die Seele wund.                             *

Jetzo fühl ich erst die Schmertzen

und mir liegen auf den Hertzen

mehr als zehen tausend Pfund

wo soll ich doch rettung finden.                       da capo

 

[3.] Rec:[itativo] secco (A, B, T, A; Bc)

[A] Was soll ich nun ich ärmster thun?

je mehr ich überlege,

wie viel ich schuldig bin,

je tieffer sinkt mein Hertz

in abgrund alles Jammers hin.

[B] Je reifer ich erwege

wie groß und wie gerecht dabey

mein Schuld Herr sey

je hefftiger fält mich der Schmertz

mit beißenden und scharffen Zähnen an.

[T] O Gott was hab ich doch gethan.

[A] Ach meiner Schulden sind so viel

daß ich, ob ich auch gerne will,

in Ewigkeit sie nicht bezahlen kan.

 

[4. Aria] 6/8, e-moll (A; 1 Vl, Va; Bc)

Hab o Herr mit mir Gedult.                                 *

Halte dich an meinen Bürgen

der vor mich sich ließe würgen

und erlaße mir die Schuld.                                   da capo

 

[5. Recitativo] acc. (S, T; a 4; 2 Vl, Va; Bc)

[S] Ja ja mein Hertz

Gott hat mit dir Gedult, 

und schencket dir in Christo alle Schuld,

läst du den aber auch ingleichen,

dich bey des Nächsten Schuld erweichen?

[T] Vergiebst du auch wie dir dein Gott vergibt?

Wenn dich ein Fehl des Nächsten hat betrübt

[B] Ach ahme Gott in diesen Stücke nach

sonst wartet schon mit Qvaal und Schmaach

der Peiniger auff dich.

[a 4] Ein Unbarmhertziger

zieht Unbarmhertzigkeit auf sich.

 

[6.] Choral (SATB)

All unser Schuld vergieb uns Herr.

daß sie uns nicht betrüben mehr.

wie wir auf unsern Schuldigern,

ihr Schuld und Fehl vergeben gern,

zu dienen mach uns all bereit,

in rechter Lieb und Einigkeit.

[Text: Martin Luther, 6. Strophe des Vater unser, 1539]

 

 

 

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Herr gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte

(22. nach Trinitatis, Nr. 2) [28. Oktober 1736]

 

Fundort: Schlossmuseum Sondershausen Mus A15:323 / Hs M10 : LXVID

Deckblatt: Dominica 22 post Trinit:[atis] \ a 10 \ 4 Voci \ 1 Oboe \ 2 Violini \ 1 Viola \ Bassono \ con \ L’Organo \ N. 2. \ di \ Stöelzel

Vorhandenes Material: Partitur und Partien

Partitur: [1. Seite:] J.N.J. Dom:[inica] 22 post Trinit:[atis] zum Evangelio. 1736. [letzte Seite:] S[oli]D[eo] Gl.[oria]

Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe 1, Oboe 2, Violino 1mo, Violino 1, Violino 2do, Viola; Violoncello [2x], Bassono [nur Arioso, Nr. 4a], Organo [2x: 1x beziffert, Kammerton; 1x beziffert, hoher Chorton]

Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc [Vc, Fg, Org]

 

 

[1. Arioso] 4/4, B-Dur (T; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc)

Herr gehe nicht ins Gericht mit deinem Knechte

denn für dir ist kein Lebendiger gerecht.

[Psalm 143,2]

 

[2.] Recit:[ativo et] accomp:[agnato] secco - acc. (T; 2 Vl, Va; Bc)

Was mach ich nun

der große König fordert mich,

daß ich soll ohne Anstand unverzüglich,

von seinen Gütern Rechnung thun

Ach! das ist mir unmüglich,

in dem ich so Viel durchgebracht,

dabey gedacht,

ich würde drum nicht Vorgeladen.

Nun zittre ich,

da sich befunden

ein Rest Von zehnmahl tausend Pfunden.

Nun steh ich zum Verkauff,

Weib, Kinder, Haabe gehen drauf

und doch ersetz ich nicht den Schaden.

[acc.] Ach König, habe doch Gedult,

laß mich Von deiner Huld,

nur Anstands=Zeit genießen,

zum Abtrag meiner Schuld

mich zu entschließen.

 

[3.] Aria 2/4, g-moll (T; 2 Ob, 2 Vl; Bc)

Wo führt mich Angst und Schrecken hin               *

kan ich aus Geldentblößten Schaalen

die Schuld Von tausenden bezahlen?

Wenn ich viel Jahre Nachsicht hätte

wüst’ ich doch nicht wie ich mich rette

weil ich so tieff Verschuldet bin.                           da capo

 

[4a.] Arioso Duetto 3/4, c-moll (T, B; Fg obl.; Bc)

[T] Ich liege hier

[B] Mich jammert deiner

[T] die Schuld ist groß

[B] sie ist Viel kleiner

[T, B] wenn mein erschrockenes ([B] erbarmendes) Gemüth

in meine ([B] deine) schwere Rechnung sieht.

 

[4b.] Recitativo secco (B, T, B, T, B, T; Bc)

[B] Denn meine Gnad ist mächtiger,

als alle deine Sünden.

[T] Ach laß dich Herr

bey meiner Angst langmüthig finden.

[B] Ich schencke gar die Straff und Schuld.

[T] O überschwenglich große Huld,

ich danck

und will sie nicht Verschweigen.

[B] Du must auch gegen deinen Mit Knecht dich

mitleidig und barmhertzig zeigen;

sonst werden sich die Schulden wieder häuffen,

und dich mein Zorn aufs neü ergreifen.

[T] Ach mache mich getreü,

daß ich dem Schuldner auch verzeyh.

 

[5.] Aria 4/4, B-Dur (T; Ob Solo, 2 Vl, Va; Bc)

Wenn Christi Blut,

die Rechnung unterschrieben,

ist meine Sache gut

weil was im Reste blieben

Gott einen Strich durch thut mit Christi Blut.

 

[attaca]

 

[6.] Choral 4/4, B-Dur (tutti)

Ach Herr laß mich Gnad’ erlangen

gib mir nicht Verdienten Lohn

Laß mich deine Hut umfangen,

sieh an deinen lieben Sohn

der für mich genug gethan,

Vater, nimm den Bürgen an,

dieser hat für mich erduldet,

was mein Unart hat verschuldet.

[Text: 4. Strophe des Chorals Unsre müden Augenlider, J. Franck; Melodie: Wie nach einer Wasserquelle, Genf 1551]

 

 

 

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