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3. Sonntag nach Trinitatis
(3. Sonntag nach Trinitatis, Nr. 1) [3. Juli 1729]
Fundort: Schlossmuseum Sondershausen Hs M6 : XLVIIA / Mus A15:231 Deckblatt: Dominica 3 post Trinit:[atis] \ a 8 \ 4 Voci \ 2 Violini \ 1 Viola \ con \ L’Organo \ N: 1 \ di Stöelzel Material: Partitur und Partien Partitur: J.N.J Dominica 3 post Trinitatis N. 1 Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe 1, Oboe 2., Violino 1 / Violino Primo, Violino 2. [2x], Viola; Violoncello., Violon., Organo [2x: 1x beziffert, hoher Chorton; 1x beziffert, Kammerton] Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl; Bc [Vc, Violon, Org]
1. [Choro] 3/8 B-Dur (tutti) Wieder stehet dem Teüfel so flieht er von eüch. [Jakobus 4,7]
2. Recitativo secco (S, T, A, B; Bc) [S] Der böse Feind braucht mehr als eine Schlinge, damit er uns in das Verderben bringe. [T] Er siehet fleißig zu wie Er der Demuth Abbruch thu und bleht er erst ein Hertz mit Hochmuth auf, so folgt der Fall mit schnellen Schritten drauf. [A] Geräth ihm dieses nicht so schaffet er daß sich der Geist in Schwere Sorgen flieht hängt dieser Stein ihm erstlich an Was Wunder Wenn er sich nicht mehr er heben kan? Was Wunder, wenn er ihn mit sich in Abgrund reißt. [B] Will ihm auch dieser Griff nicht glücken so stellet er die Garne Weit und sucht durch Sicherheit die Armen Seelen zu berücken.
3. Duetto 2/4, B-Dur (S, T; 2 Ob, 2 Vl; Bc) Wie ein Löbe seinem Raube so geht uns der Teüfel nach. * [S] Seine Klauen sind gewetzet [T] und auf uns schon angesetzet [ST] dieser Mörder Geist ergötzet sich in unserm Ungemach. da capo
4. Recit:[ativo et] accomp:[agnato] secco - acc. (A, B, S, T; a 4; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc) [A] Doch Gott der Gnade der uns liebt derselbe giebt auch Waffen an die Hand Zu Kräfftigen und starcken Wiederstand. [B] Er beüt uns seine Flügel an ach wolte man darunter sich in Demuth nur Verstecken so dürffte uns kein Fall erschrecken. [S] Ach würffen wir die Sorgen die uns drücken, auf seinen breiten Rücken, so ruhten wir dafür. [T] Ach wären wir mit Glaubens Wachsamkeit bey der Gefahr bereit es würde dieses kleine Leiden gar bald Vorüber gehn er wird uns Vollbereiten er wird uns stärcken Kräfftgen gründen. [a 4] Wir würden niehmals auf dem Kampffplatz stehn, daß wir den Feind nicht solten über winden.
5. Choral 4/4, C-Dur (tutti) Gott groß über alle Götter, heilige Dreyfaltigkeit auser dir ist kein erretter, hilf mir zu der selben Zeit Wenn der Feind die Pfeil ab drückt, Meine schwachheit mir auf rückt, will mir allen Trost Verschlingen, und mich in Verzweifflung bringen.
2 Zeüch du mich aus seinem Stricke, den er mir geleget hat Laß ihm fehlen seine Tücke, drauf ersinnet früh und spat Gib Krafft daß ich allen Strauß, Ritterlich mag stehen aus, und so offt ich noch muß kämpffen, hilff du mir die Feinde dämpffen.
(3. Sonntag nach Trinitatis, Nr. 2) [3. Juli 1729]
Fundort: Schlossmuseum Sondershausen Mus A15:232 / Hs M6: XLVIID Deckblatt: Dominica 3 post Trinit:[atis] \ a. 8. \ 4 Voci \ 2 Violini \ 1 Viola \ con \ L’Organo \ N: 2. \ di \ Stöelzel Vorhandenes Material: Partitur und Partien Partitur: [1. Seite] J.N.J Dominica 3 post Trinit:[atis] N: 2 Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe 1.,Oboe 2., Violino 1 / Violino Primo, Violino 2 [2x], Viola; Violoncello., Violono., Organo [2x: 1x beziffert, hoher Chorton; 1x beziffert, Kammerton] Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, Viola; Bc [Vc, Violono, Org]
1. [Choro] 2/4, B-Dur (tutti) Dieser nimmt die Sünder an und ißet mit ihnen. [Lukas 15,2]
2. Aria 2/4, g-moll (A; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc) Heilger Jesu darf zu dir sich auch wohl ein Sünder nahen. * Kehrt dein reines Angesicht sich Von den befleckten nicht ach es scheint dein Auge mir diese Frage zu bejahen. da capo
3. Recitativo secco (S, T, A, B, S, B; Bc) [S] Ich bin das Schaaf, das sich Von deinem Haufen so frewentlich Verlaufen [T] Ich bin das Schaaf, daß du so sehnlich suchtest [A] Ich bin das Schaaf das sich so schwerlich finden ließe. [B] Kein Wunder wenn dein Zorn mich gäntzlich Von sich stieße! Kein Wunder, wenn du mich in deinem Grimm verfluchtest. [S] Ich bin der Groschen der mit deinem Bilde, als einem Herrlichen Gepräge prangen kundt, doch jetzo ist es gantz Verloschen, ich habe mich Von dir Verlohrn, und führ nur böses in dem Schilde. [B] Und dennoch locket mich dein Holder Liebes Mund, und dennoch läst dein Gnaden Licht, mich in dem Sündenkehricht nicht.
4. Aria 3/4, B-Dur (B; 2 Ob, 2 Vl; Bc) O Wort das allen Kummer hemmet mein Jesus nimbt die Sünder an. * kein schwaches Rohr Zerstößt er mehr kein glimmend Tocht Verlöschet er Wer hier mit Buß und Glauben kömmet dem wird die Thüre aufgethan. da capo
5. Recitativo [et] accomp:[agnato] (S, A; a 4; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc) [S] Mein Hirt ich komm aus meiner Wüsten, als ein Verirrtes Schaaf Zu dir, ach trag auch mich, auf deinen Achseln heim, und gönne mir des Trostes Honig sein, aus deinen Gnaden Brüsten [A] Ich liege als ein Groschen hier in einem Winckel Voller Sünden laß du das Licht, der Gnade sich entzünden, heb mich mit Liebes Händen auf, und präg dein Bild aufs neüe drauf. [a 4] So werde ich nicht nur allein, auch selbst der Himmel wird Voll Freüde seyn.
6. Choral 4/4, C-Dur (tutti) Gott und alles Herr hoch droben, dem der Himmel schweigen muß Wenn Sie ihren Schöpfer loben, Jauchtzen über unsre Buß Aber was gesündigt ist das Verdeckt er und Vergißt, wie wir ihn beleidigt haben, alles, alles ist Vergraben.
(3. nach Trinitatis, Nr. 2) [17. Juni 1736]
Fundort: Schlossmuseum Sondershausen Mus A15:235 / Hs M3 : XLVIIB Deckblatt: Dominica III post Trinitatis \ a 8. \ 2 Violini \ 1 Viola \ 4 Voci \ col \ Fondamento \ No. II \ di Signore \ Stoelzel. Partitur: [1. Seite:] J.N.J. Dom:[inica] 3. p.[ost] Trinitat:[is] 1736. [letzte Seite:] S[oli] D[eo] Gl.[oria] Vorhandenes Material: Partitur und Partien Partien: Soprano., Alto, Tenor, Basso; Oboe 1, Oboe. 2., Violino 1 [2x], Violino 2, Viola; Violoncello [2x], Organo [beziffert, Kammerton] Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc [Vc, Org] Allgemeine Bemerkung zur Besetzung: In der Sopranstimme ist die Aria Nr. 4 mit "Aria Alto" überschrieben.
[1a. Choro] 4/4, B-Dur (tutti) Ich bin ein verirret und verlohren Schaf Herr suche deinen Knecht. [Psalm 119,176]
[1b.] Rec.[itativo] et accompagn.[ato] (S; 2 Vl, Va; Bc) Ihr Feinde meines Jesu! wißet, was ihr beneidet und verhöhnt, daß er mit Sündern ißet, sich diese ihm versöhnt; ist was mich tröstet, ich bewundern muß, denn also mach ich diesen Schluß:
[1c.] Arioso 4/4, a-moll (S; Bc) Werden Sünder angenommen, so durch Buße zu ihm kommen, nimmt Er sich doch (bzw. auch) meiner an, wenn ich werde zu ihm nahn.
[1d. Recitativo et accompagnato] (S; 2 Vl, Va; Bc) Doch wie kan ich Verirrt in Sünden, ihn Von mir selber finden? Ertz Hirte! suche mich, daß ich Verlohrnes Schäflein dich in meiner Irre ruffen höre, ach kehre zu dir den abgewichnen Sinn, und trage mich zur Heerde hin.
[2.] Aria 6/8, g-moll (S; 2 Ob, 2 Vl; Bc) Was find’ ich vor Vergnügen auf meines Hirtens Arm. * Er drückt mich an die Brust, hier schmeck ich Trost und Lust, wie wohl, wie sanfft, wie warm kan hier das Schäflein liegen. da capo
[3.] Recitativ[o] et accomp:[agnato] secco - acc. (T; 2 Vl, Va; Bc) O! seelige Veränderung! Vor her, als ich in Sünden irrte, mich in der Welt=Belustigung Verwickelte, Verstrickte und Verwirrte; war ich des Satans Hohn=Gelächter. Nun, da ich ein Verächter der falschen Wege bin, und geh zu meinen Hirten hin; wird die Hochheilige Dreyfaltigkeit, durch meine Buße selbst erfreüt, und bin dem gantzen Engel Orden ein Lust Spiel worden. [acc.] Hast du auf deinen Achseln nun mein Jesu! mich zur Herde hingetragen; So laß, mich nie Von solcher abzuschlagen mich gar in deinen Hertzen ruhn.
[4.] Aria 2/4, B-Dur (T; 2 Ob, 2 Vl; Bc) Suche, treüer Hirte! suche, die noch in der Irre gehen. * Laß den Gnaden Ruff erschallen, daß die Seele, die gefallen, um zur Buße aufzustehn, ihren Sünden=Lauf verfluche. da capo
[5.] Choral 4/4, B-Dur (tutti) Treülich hast du ja gesuchet, die Verlohrne Schäfelein als sie liefen gantz Verfluchet, in der Höllen Pfuhl hinein ja du Satans Überwinder, hast die hochbetrübten Sünder so geruffen zu der Buß, daß ich willig kommen muß. [Alternativtext in Alt-, Tenor-, Baßpartie und Partitur: daß ich billig kommen muß] [Text: 2. Strophe des Chorals Jesu, der du meine Seele, Johann Rist]
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