3. Sonntag nach Trinitatis

 

Wieder stehet dem Teüfel / Mus A15:231

Dieser nimmt die Sünder an / Mus A15:232

Ich bin ein verirret und verlohren Schaf / Mus A15:235 

 

 

Wieder stehet dem Teüfel / Widersteht dem Teufel

(3. Sonntag nach Trinitatis, Nr. 1) [3. Juli 1729]

 

Fundort: Schlossmuseum Sondershausen Hs M6 : XLVIIA / Mus A15:231

Deckblatt: Dominica 3 post Trinit:[atis] \ a 8 \ 4 Voci \ 2 Violini \ 1 Viola \ con \ L’Organo \ N: 1 \ di Stöelzel

Material: Partitur und Partien 

Partitur: J.N.J Dominica 3 post Trinitatis N. 1

Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe 1, Oboe 2., Violino 1 / Violino Primo, Violino 2. [2x], Viola; Violoncello., Violon., Organo [2x: 1x beziffert, hoher Chorton; 1x beziffert, Kammerton]

Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl; Bc [Vc, Violon, Org]

  

 

1. [Choro] 3/8 B-Dur (tutti)

Wieder stehet dem Teüfel

so flieht er von eüch.

[Jakobus 4,7]

 

2. Recitativo secco (S, T, A, B; Bc)

[S] Der böse Feind

braucht mehr als eine Schlinge,

damit er uns in das Verderben bringe.

[T] Er siehet fleißig zu

wie Er der Demuth Abbruch thu

und bleht er erst ein Hertz mit Hochmuth auf,

so folgt der Fall

mit schnellen Schritten drauf.

[A] Geräth ihm dieses nicht

so schaffet er daß sich der Geist

in Schwere Sorgen flieht

hängt dieser Stein ihm erstlich an

Was Wunder Wenn er sich

nicht mehr er heben kan?

Was Wunder, wenn er ihn

mit sich in Abgrund reißt.

[B] Will ihm auch dieser Griff nicht glücken

so stellet er die Garne Weit

und sucht durch Sicherheit

die Armen Seelen zu berücken.

 

3. Duetto 2/4, B-Dur (S, T; 2 Ob, 2 Vl; Bc)

Wie ein Löbe seinem Raube

so geht uns der Teüfel nach.                      *

[S] Seine Klauen sind gewetzet

[T] und auf uns schon angesetzet

[ST] dieser Mörder Geist ergötzet

sich in unserm Ungemach.                         da capo

 

4. Recit:[ativo et] accomp:[agnato] secco - acc. (A, B, S, T; a 4; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc)

[A] Doch Gott der Gnade der uns liebt

derselbe giebt

auch Waffen an die Hand

Zu Kräfftigen und starcken Wiederstand.

[B] Er beüt uns seine Flügel an

ach wolte man darunter sich in Demuth nur Verstecken

so dürffte uns kein Fall erschrecken.

[S] Ach würffen wir die Sorgen die uns drücken,

auf seinen breiten Rücken,

so ruhten wir dafür.

[T] Ach wären wir mit Glaubens Wachsamkeit

bey der Gefahr bereit

es würde dieses kleine Leiden

gar bald Vorüber gehn

er wird uns Vollbereiten

er wird uns stärcken Kräfftgen gründen.

[a 4] Wir würden niehmals auf dem Kampffplatz stehn,

daß wir den Feind

nicht solten über winden.

 

5. Choral 4/4, C-Dur (tutti)

Gott groß über alle Götter,

heilige Dreyfaltigkeit

auser dir ist kein erretter,

hilf mir zu der selben Zeit

Wenn der Feind die Pfeil ab drückt,

Meine schwachheit mir auf rückt,

will mir allen Trost Verschlingen,

und mich in Verzweifflung bringen.

 

2 Zeüch du mich aus seinem Stricke,

den er mir geleget hat

Laß ihm fehlen seine Tücke,

drauf ersinnet früh und spat

Gib Krafft daß ich allen Strauß,

Ritterlich mag stehen aus,

und so offt ich noch muß kämpffen,

hilff du mir die Feinde dämpffen.

 

 

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Dieser nimmt die Sünder an

(3. Sonntag nach Trinitatis, Nr. 2) [3. Juli 1729]

 

Fundort: Schlossmuseum Sondershausen Mus A15:232 / Hs M6: XLVIID 

Deckblatt: Dominica 3 post Trinit:[atis] \ a. 8. \ 4 Voci \ 2 Violini \ 1 Viola \ con \ L’Organo \ N: 2. \ di \ Stöelzel

Vorhandenes Material: Partitur und Partien

Partitur: [1. Seite] J.N.J Dominica 3 post Trinit:[atis] N: 2

Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe 1.,Oboe 2., Violino 1 / Violino Primo, Violino 2 [2x], Viola; Violoncello., Violono., Organo [2x: 1x beziffert, hoher Chorton; 1x beziffert, Kammerton]

Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, Viola; Bc [Vc, Violono, Org]

 

 

1. [Choro] 2/4, B-Dur (tutti)

Dieser nimmt die Sünder an

und ißet mit ihnen.

[Lukas 15,2]

 

2. Aria 2/4, g-moll (A; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc)

Heilger Jesu darf zu dir

sich auch wohl ein Sünder nahen.           *

Kehrt dein reines Angesicht

sich Von den befleckten nicht

ach es scheint dein Auge mir

diese Frage zu bejahen.                          da capo

 

3. Recitativo secco (S, T, A, B, S, B; Bc)

[S] Ich bin das Schaaf,

das sich Von deinem Haufen

so frewentlich Verlaufen

[T] Ich bin das Schaaf,

daß du so sehnlich suchtest

[A] Ich bin das Schaaf

das sich so schwerlich finden ließe.

[B] Kein Wunder wenn dein Zorn

mich gäntzlich Von sich stieße!

Kein Wunder, wenn du mich

in deinem Grimm verfluchtest.

[S] Ich bin der Groschen der mit deinem Bilde,

als einem Herrlichen Gepräge prangen kundt,

doch jetzo ist es gantz Verloschen,

ich habe mich Von dir Verlohrn,

und führ nur böses in dem Schilde.

[B] Und dennoch locket mich dein Holder Liebes Mund,

und dennoch läst dein Gnaden Licht,

mich in dem Sündenkehricht nicht.

 

4. Aria 3/4, B-Dur (B; 2 Ob, 2 Vl; Bc)

O Wort das allen Kummer hemmet

mein Jesus nimbt die Sünder an.                 *

kein schwaches Rohr Zerstößt er mehr

kein glimmend Tocht Verlöschet er

Wer hier mit Buß und Glauben kömmet

dem wird die Thüre aufgethan.                   da capo

 

5. Recitativo [et] accomp:[agnato] (S, A; a 4; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc)

[S] Mein Hirt

ich komm aus meiner Wüsten,

als ein Verirrtes Schaaf Zu dir,

ach trag auch mich,

auf deinen Achseln heim,

und gönne mir

des Trostes Honig sein,

aus deinen Gnaden Brüsten

[A] Ich liege als ein Groschen hier

in einem Winckel Voller Sünden

laß du das Licht,

der Gnade sich entzünden,

heb mich mit Liebes Händen auf,

und präg dein Bild aufs neüe drauf.

[a 4] So werde ich nicht nur allein,

auch selbst der Himmel wird Voll Freüde seyn.

 

6. Choral 4/4, C-Dur (tutti)

Gott und alles Herr hoch droben,

dem der Himmel schweigen muß

Wenn Sie ihren Schöpfer loben,

Jauchtzen über unsre Buß

Aber was gesündigt ist

das Verdeckt er und Vergißt,

wie wir ihn beleidigt haben,

alles, alles ist Vergraben.

 

 

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Ich bin ein verirret und verlohren Schaf / Ich bin ein verirret und verloren Schaf

(3. nach Trinitatis, Nr. 2) [17. Juni 1736]

 

Fundort: Schlossmuseum Sondershausen Mus A15:235 / Hs M3 : XLVIIB

Deckblatt: Dominica III post Trinitatis \ a 8. \ 2 Violini \ 1 Viola \ 4 Voci \ col \ Fondamento \ No. II \ di Signore \ Stoelzel.

Partitur: [1. Seite:] J.N.J. Dom:[inica] 3. p.[ost] Trinitat:[is] 1736. [letzte Seite:] S[oli] D[eo] Gl.[oria]

Vorhandenes Material: Partitur und Partien

Partien: Soprano., Alto, Tenor, Basso; Oboe 1, Oboe. 2., Violino 1 [2x], Violino 2, Viola; Violoncello [2x], Organo [beziffert, Kammerton]

Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc [Vc, Org]

Allgemeine Bemerkung zur Besetzung: In der Sopranstimme ist die Aria Nr. 4 mit "Aria Alto" überschrieben.

 

[1a. Choro] 4/4, B-Dur (tutti)

Ich bin ein verirret und verlohren Schaf

Herr suche deinen Knecht.

[Psalm 119,176]

 

[1b.] Rec.[itativo] et accompagn.[ato] (S; 2 Vl, Va; Bc)

Ihr Feinde meines Jesu! wißet,

was ihr beneidet und verhöhnt,

daß er mit Sündern ißet,

sich diese ihm versöhnt;

ist was mich tröstet, ich bewundern muß,

denn also mach ich diesen Schluß:

 

[1c.] Arioso 4/4, a-moll (S; Bc)

Werden Sünder angenommen,

so durch Buße zu ihm kommen,

nimmt Er sich doch (bzw. auch) meiner an,

wenn ich werde zu ihm nahn.

 

[1d. Recitativo et accompagnato] (S; 2 Vl, Va; Bc)

Doch wie kan ich Verirrt in Sünden,

ihn Von mir selber finden?

Ertz Hirte! suche mich,

daß ich Verlohrnes Schäflein dich

in meiner Irre ruffen höre,

ach kehre zu dir den abgewichnen Sinn,

und trage mich zur Heerde hin.

 

[2.] Aria 6/8, g-moll (S; 2 Ob, 2 Vl; Bc)

Was find’ ich vor Vergnügen

auf meines Hirtens Arm.                                      *

Er drückt mich an die Brust,

hier schmeck ich Trost und Lust,

wie wohl, wie sanfft, wie warm

kan hier das Schäflein liegen.                               da capo

 

[3.] Recitativ[o] et accomp:[agnato] secco - acc. (T; 2 Vl, Va; Bc)

O! seelige Veränderung!

Vor her, als ich in Sünden irrte,

mich in der Welt=Belustigung

Verwickelte, Verstrickte und Verwirrte;

war ich des Satans Hohn=Gelächter.

Nun, da ich ein Verächter

der falschen Wege bin,

und geh zu meinen Hirten hin;

wird die Hochheilige Dreyfaltigkeit,

durch meine Buße selbst erfreüt,

und bin dem gantzen Engel Orden

ein Lust Spiel worden.

[acc.] Hast du auf deinen Achseln nun

mein Jesu! mich zur Herde hingetragen;

So laß,

mich nie Von solcher abzuschlagen

mich gar in deinen Hertzen ruhn.

 

[4.] Aria 2/4, B-Dur (T; 2 Ob, 2 Vl; Bc)

Suche, treüer Hirte! suche,

die noch in der Irre gehen.                                  *

Laß den Gnaden Ruff erschallen,

daß die Seele, die gefallen,

um zur Buße aufzustehn,

ihren Sünden=Lauf verfluche.                             da capo

 

[5.] Choral 4/4, B-Dur (tutti)

Treülich hast du ja gesuchet,

die Verlohrne Schäfelein

als sie liefen gantz Verfluchet,

in der Höllen Pfuhl hinein

ja du Satans Überwinder,

hast die hochbetrübten Sünder

so geruffen zu der Buß,

daß ich willig kommen muß.

    [Alternativtext in Alt-, Tenor-, Baßpartie und Partitur: daß ich billig kommen muß]

[Text: 2. Strophe des Chorals Jesu, der du meine Seele, Johann Rist]

 

 

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