Sonntag nach Weihnachten

 

Wunder Mutter Wunder Kind / Mus A15:54

Das Ende eines Dinges ist beßer denn sein Anfang / Mus A15:59

Wer wolte dich nicht fest an Brust und Hertze schließen / Mus A15:55

 

 

Wunder Mutter Wunder Kind

(Sonntag nach Weihnachten, Nr. 1) [26. Dezember 1728]

 

 

Fundort: Sondershausen Mus A15:54Hs M1 : VIIIA

Umschlag: Stöltzel \ Kantate \ Wunder, Mutter Wunder Kind“

Deckblatt: Wunder Mutter Wunder Kind. \ Dominica post Fest:[o] Nativ:[itatis] \ a. 9. \ Violino 1 \ Violino 2 \ Viola 1 \ Viola 2 \ Canto \ Alto \ Tenor \ Basso \ con \ L’organo \ N: 1 \ di \ Stöelzel

Vorhandenes Material: Partitur und Partien

Partitur: J.N.J Dominica post Fest:[o] Nativitatis. N: 1

Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe 1, Oboe 2., Violino 1, Violino 2., Viola 1, Viola 2; Violoncello, Violono, Organo [2x: 1x beziffert; 1x beziffert, hoher Chorton]

Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, 2 Va; Bc [Vc, Violono, Org]

 

 

1. [Choro] 4/4, B-Dur (tutti)

Wunder Mutter Wunder Kind.                 *

Was wir in den Temmpel sehen,

daß ist Vor noch nie geschehen

Wir bekennen nun jetzunder,

jetzunder daß in Gott nur Amen sind.        da capo

 

2. Recitativo secco (S, A, T, B; Bc)

[S] Gott hat erfüllt was er Versprach,

der hier das neüe schuff im Lande,

nun denckt ihr Menschen nach,

ob unser Gott, nicht Voller Wahrheit sey?

[A] Er giebt uns seinen Sohn,

Zu einen angenehmen Unterpfande,

der läßet seinen Thron,

und rettet uns aus reiner Sclaverey

die ärger als Egyptens Knechtschafft ist.

[T] O Heilger Christ

du bist gesetzt

Zum Auferstehn Vor alle,

doch aber dem Zum Falle,

der deinen Zeichen Wieder spricht.

[B] Ach laß uns nicht,

an diesen Grundstein stoßen,

der uns in der geleget ist

und laß uns also looßen,

daß wir hinfort,

der Sünden müßig gehn,

und durch dich Heilges Kind,

in Gottes Kindschafft stehn.

 

3. [Choro] 4/4, B-Dur (tutti)

Trost Israel

und auch der Heyden Trost.             *

Wir sind in dir nur einer

Gieb das Von allen keiner

an dich Zum Falle stoßt

Imanuel.                                          da capo

 

4. Choral 4/4, B-Dur (tutti)

Das Jesulein soll doch mein Trost,

mein Heyland seyn und bleiben

der mich geliebet und erlöst,

kein G’walt soll mich abtreiben

ihm thu ich mich gantz williglich

Von Hertzen Grund ergeben

Es mag mir seyn Weh oder fein

mag sterben oder leben.

 

 

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Wer wolte dich nicht fest an Brust und Hertze schließen / Wer wollte dich nicht fest an Brust und Herze schließen

(Sonntag nach Weihnachten, Nr. 2) [26. Dezember 1728]

 

Fundort: Sondershausen Mus A15:55 /  Hs M1 : VIIIE

Umschlag: Stöltzel \ Cantate \ Wer wollte dich nicht \fest an Brust und Herze \ schließen“

Deckblatt: Dominica post Fest[o] Nativ:[itatis] \ a. 9. \ Violino 1 \ Violino 2 \ Viola 1 \ Viola 2 \ Canto \ Alto \ Tenor \ Basso \ con \ L’organo \N: 2.\ di \ Stoelzel

Vorhandenes Material: Partitur und Partien

Partitur: J.N.J Dominica post Fest.[o] Nativ:[itatis] N: 2.

Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe 1., Oboe 2., Violino 1, Violino 2, Viola 1, Viola 2.; Violoncello, Violon, Organo [2x: 1x beziffert; 1x beziffert, hoher Chorton]

Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Ob, 2 Vl, 2 Va, ; Bc [Vc, Violon, Org]

 

 

1a. Symphonia 4/4, d-moll (2 Ob, 2 Vl, 2 Va; Bc)

 

1b. Rec:[itativo et] accomp:[agnato] (S, B, S; 2 Vl, 2 Va; Bc)

[S] Wer wolte dich nicht fest

an Brust und Hertze schließen

wir wißen,

daß ohne dich kein Heil,

im Himmel und auf Erden ist.

[B] Gott machte darum dich,

Zum Herren und Zum Christ,

wir alle solten Theil,

an deiner Gnade haben.

[S] Wer sich Von dir nicht trennen läst,

ob gleich ein Schwerdt,

durch seine Seele dringt,

und aller Jammer ihn umringt,

so wird ihn gleichwohl deine süße Liebe laben.

 

2a. Duetto 2/4, d-moll (S, B; 2 Ob, 2 Vl; Bc)

Schönes Kind,

du wuchst im Geist,

laß mein Wachßthumb auch gedeyen

was genad und Weißheit heist,

kan mir deine Krafft Verleihen

Biß ich ein Vollkomner Mann

dort im Himmel heißen kan.

 

2b. [Choro] 2/4, d-moll (tutti)

Da ich dich mit Lust umbfange

und das beste Theil erlange.

 

3. Choral 4/4, B-Dur (tutti)

Laßet uns mit Jesu ziehen,

seinem Vorbild folgen nach

In der Welt der Welt entfliehen,

auf der Bahn die Er uns brach

immer fort Zum Himmel reisen,

irrdisch nicht schon himmlisch seyn

gläuben recht, und leben fein,

in der Lieb deon Glauben weisen

Treüer Jesus blei bey mir,

gehe vor ich folge dir.

 

 

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Das Ende eines Dinges ist beßer denn sein Anfang / Das Ende eines Dinges ist besser denn sein Anfang

(Sonntag nach Weihnachten, Nr. 1) [1. Januar 1736]

 

Fundort: Sondershausen Mus A15:59  /  Hs M1 : VIIID

Deckblatt: Dominica post Fest[o] Nativ:[itatis] Christi \ a 8 \ 4 Voci \ 2 Violini \ 1 Viola \ con \ L’Organo \ [N] 2. \ di \ Stöelzel

Material: Partitur und Partien

Partitur: J.N.J. Dom:[inica] post Fest.[o] Nativ.[itatis] zum Evangelis 1736 N. 2; [Nr. 5, am Ende des „A-Teils“:] hier fälts zum andern mahl in \ Choral.: [letzte Seite:] S[oli] D[eo] Gl[oria]

Partien: Canto, Alto, Tenor, Basso; Oboe 1 mo, Oboe 2 do, Violino 1 [2x], Violino 2 [2x], Viola, Violoncello [2x], Organo [2x: 1x Kammerton, beziffert; 1x hoher Chorton, beziffert, nur Nr. 1, 2a & b]

Besetzung: S, A, T, B; Chor [SATB]; 2 Fl, 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc [Vc, Org]

 

Allgemeine Bemerkungen: Arie, Nr. 5a und Choral, Nr. 5b, sind in einigen Stimmen als ein Stück notiert oder es wird mit einer Bemerkung auf den direkten Übergang zum Choral hingewiesen. Eine weitere Verbindung bewirkt die Oboe, die zur Arie bereits die Choralmelodie spielt.

Arie, Nr. 5: In der Organostimme (klingend) stehen „pizzicatto“- und „callarco“-Angaben. Während ein nachträglicher Kommentar „Pizzicato? erras Stoelzel“ auf Unverständnis hinweist, könnte es sich hierbei um einen Beleg dafür handeln, daß das Ensemble von der Orgel aus geleitet wurde und der Spieler über solche Details informiert sein mußte.

 

 

[1. Choro] 4/4, G-Dur (tutti senza Fl)

Das Ende eines Dinges ist beßer denn sein Anfang.

[Prediger 7,8]

 

[2a.] Recit:[ativo] secco (S, A; Bc)

[S] Wenn Christi Eltern Wunders Voll,

darüber, daß ihr Sohn so herrlich und so groß seyn soll,

wenn auch der fromme Simeon denselben so begegnet,

daß er Viel gutes Wünscht sie segnet,

Wenn Hanna sich Gott preisend hören ließ,

und bethend ihre Pflicht erwieß,

so machen wir, indem wir in der Thür

und auff der Schwelle stehn,

ins neue Jahr zu gehn,

durch Wundern, Bethen, Loben

das Ende gut.

[A] Hat unser laßer Muth,

diß in Bewunderung zu ziehn Verschoben,

daß du uns so geliebt,

ob wir dich gleich mit Sünden offt betrübt;

So wollen wirs am End erweisen,

für deine Lieb und Huld,

dich ehren, rühmen, preisen.

Vergiß der alten Schuld.

 

[2b.] Choral 4/4 (SATB, 2 Ob, 2 Vl, Va; Bc)

Keine Sünd im alten Jahr gedenck,

ein Gnadenreich neu Jahr uns schenck!

[Text: 3. & 4. Zeile der 4. Strophe des Chorals Das alte Jahr vergangen ist, Johann Steuerlein 1588; Melodie: Wolfgang Karl Briegel 17.Jh.]

 

[3.] Aria 2/4, h-moll (A; 2 Fl, 2 Vl; Bc)

Anfang, Fortgang und das Ende,

solten gut und rühmlich seyn.                                 *

Doch wenns Erstre nicht geschehen,

und beym Andern Viel Versehen,

gut, wenn noch des dritten Hände

Blätter auf die Blöße streün.  .                               da capo

 

[4.] Recitat:[ivo] et accomp:[agnato] secco - acc. (T; 2 Vl, Va; Bc)

Drum mach ich so den Jahres=Schluß,

ich will Von Gottes Güte singen

Vor seiner Liebe Überfluß,

ein Danck=Gelibde bringen,

beseüfftzen mein Versehen,

und will aufs Ziffer=Blat der Sterblichkeit,

den Weiser der Gedancken drehen,

daß ich den Austrit aus der Zeit

bey jedem sechs mahl zehndem Theil der Stunde

zu thun bereitet sey.

Indeß beth ich dabey:

[acc.] Fiel ich, mein Gott!

durch Sünd aus deinem Bunde;

so richte mich mitleidig auf

wird mir bey meinem Christen=Lauff,

manch Trübsahls Schwerdt das Hertz durchstechen,

soll ich zum Hohn und Wiedersprechen,

ein ausgestecktes Zeichen seyn;

So wollst du mich

mit Hülff und Trost erfreün.

 

[5a.] Aria 4/4, G-Dur (T; Ob Solo, 2 Vl, Va; Bc)

Verhüte, treuer Gott! in Gnaden

daß nicht mein Lebens=Ende schlimm               *

was hülffs, wenn man erst fromm gelebet

zuletzt dem Guten wiederstrebet?

jens nichts, und dieses würde schaden

darum mein Schluß=Gebeth vernimm:                da capo

 

[5b.] Choral 4/4, G-Dur (tutti senza Fl)

Machs mit mir Gott, nach deiner Güt,

tröst mich in meinem Leiden

was ich dich bitt Versag mirs nicht,

wenn sich mein Seel soll scheiden

so nimm sie Herr in deine Händ,

ist alles gut wenn gut das End.

[Text: 1. Strophe des Chorals Machs mit mir Gott, nach deiner Güt, I. H. Schein 1628; Melodie: Weißenfels 1714]

 

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